Glossar
Asset Management System
Komplexe Software-/Hardware-Lösung zur Bereitstellung, Be- und Verarbeitung, Speicherung, Archivierung, Administration, Verteilung und Verwertung von Video-/Foto-/Grafik-/Audio-/Textmaterial oder Kombinationen daraus. Ein Asset Management System besteht aus spezialisierten Server-Anwendungen wie Ingest-Server, Playout-Systemen, Produktions-Systemen. Angestrebt wird aus Effizienz-Gründen ein hoher Automatisierungsgrad, der die Erstellung, Erfassung, Bearbeitung, Weitergabe und Kontrolle der die Inhalte beschreibenden Meta-Daten-Sets. Ein Beispiel dafür bietet dve GmbH mit Flow Center von Flow Works an. Flow Center bietet ein komplettes, voll integriertes Digitales Asset Management & Distribution für Produktionen, Post-Häuser, TV Sender, IP TV Sender, Tonstudios aber auch Industriefirmen, Marketing Organisationen oder Nachrichten-Agenturen. Arbeitsabläufe lassen sich mit Asset-Management-Systemen wie Flow Center von Flow Works standardisieren und automatisieren. Automation und Standardisierung tragen wesentlich zur Effizienz der Asset Management Systeme bei.
Compositing-Software
Zumeist komplexe Erstellung bzw. Bearbeitung mehrerer Bild-Ebenen inklusive der Freistellung (Stanzen, Maskieren, Entfernen) im Bild feststehender oder bewegter Bildbestandteile. Mithilfe von Compositing Software werden komplexe und bewegte Elemente wie Partikel oder Lichteffekte hinzugefügt. Compositing-Software wird auch eingesetzt, um z. B. Bestandteile des Sets wie Rigs, Aufhängungen etc. zu entfernen oder nicht erwünschte Bildteile wie Stromleitungen zu entfernen.
DAW
Digital Audio Workstation, kurz DAW ist ein auf Audiobearbeitung spezialisierter PC-Arbeitsplatz. Zumeist bestehend aus einem PC mit einem Audio-Interface sowie einer auf die Tonbearbeitung spezialisierten Software. Bekannte DAW-Systeme sind hier Digidesign Pro Tools|HD, Cubase System|2 und Nuendo2 von Steinberg Media Tec. oder Logic Studio von Apple.
Echtzeitgrafik
Leistungsstarke Software und Hardware können Broadcast-Grafik in Echtzeit erstellen - Echtzeit bedeutet dabei: Die Ablaufzeit der Grafik entspricht dem tatsächlichen zeitlichen Ablauf - es entstehen keine zusätzlichen Zeitaufwände für das Errechnen der Grafik. Echtzeitgrafik ist ein Standard zum Beispiel in der Erstellung von Wetterberichten.
Encoding
Allgemein bedeutet Encoding das Codieren von Daten, das Wandeln in ein anderes Zeichenformat. In der Film- und Videoproduktion versteht man unter Encoding das Wandeln in ein oder mehrere andere Videoformate. Darunter fallen auch Encoding-Prozesse, die ein Streaming vorbereiten. Aus dem Portfolio von dve sind die Episode-Produkte des Herstellers Telestream zu nennen. Episode-Engine und Episode-Endoder bieten unterschiedliche Leistungsumfänge und Einsatzgebiete. Ziel des Einsatzes von Encoding ist ein höherer Automatisierungsgrad und die damit verbundene wirtschaftliche Effizienzsteigerung.
Grading
Korrektur von Fehlern in oder bewusste Änderung von Helligkeit, Farbe und Kontrast zur Erzeugung eines erwünschten, ggfs. die Aussage unterstützenden Looks, Aussehens einer Einstellung oder Szene mittels Software und Hardware wie z.B. Final Cut Studio Color von Apple oder Speedgrade von IRIDAS. Grading ist ein Standardprozess der Filmbearbeitung.
HDD-Recorder oder HDD-Rekorder
Festplattenbasiertes Videoaufzeichnungsgerät. Oft sind unterschiedliche Videoformate mit einem HDD-Recorder zu verarbeiten. HD-/SD-Aufzeichnung bis hin zu 2k bieten z. B. die HDD-Rekorder Pronto2K.2/HD.2 und Pronto2k/HD von DVS.
HDTV, abgekürzt HD
Mit HDTV bzw. im allgemeinen Sprachgebrauch abgekürzt HD sind mehrere Fernsehnormen gemeint. Im Unterschied zu SDTV (Standard-TV) sind HDTV-Normen höher auflösend. Eingesetzt werden überwiegend Verfahren mit entweder 720 Zeilen oder 1080 Zeilen. Zum Vergleich: SDTV verwendet im PAL-Standard 576 Zeilen, im NTSC-Standard sogar nur 480 Zeilen. Hinzuweisen ist neben der Zeilenzahl der HD-Normen auf Unterschiede im Bildaufbauverfahren sowie der Wiederholungsrate.
PlugIn
Zusatz-Software, die eine andere Bildver- oder Bildbearbeitungs-Software mit zusätzlichen Funktionen, oft funktionsstärker als die Orginal-Hersteller-Software ausgestattet, wird auch als PlugIn bezeichnet. Z.B. Plug-In Software von The Foundry wie Furnance 3 bietet 30 fortschrittliche Bildverarbeitungs-Tools. Noise- und Grain-Removal Tools, ein revolutionärer Plug-In, der Motion Blur entfernt, ein robuster Multi-Point-Tracker, intelligente Plug-Ins, welche die fortschrittliche Bewegungsschätzungs-Technologie verwenden, um automatisch Beweguns-Mattes und Depth-Mattes zu extrahieren. Außerdem bietet eine PlugIn-Software wie Furnace 3 Tools um die Farbkanäle neu anzuordnen, Motion Blur hinzuzufügen, automatisches Farb-Matching und mehr. Oder Tinder 2.0: Tinder 2.0 ist ein neues Set an Plugins für den anspruchsvollen Compositor und ergänzt Discreet, Avid DS, After Effects und Shake.
Postproduction oder Postproduktion
Bezeichnung aller Schritte in der Film- und Videobearbeitung nach der Bildaufnahme durch Hard- und Software wie z.B. Final Cut Studio von Apple, Avid MediaComposer oder Farbkorrektur (Grading) mit Speedgrade von IRIDAS, PlugIns von z. B. GenArts. Postproduktion umfasst alle Arbeitsschritte zwischen Dreh und Distribution. Viele Filme entstehen in ihrer Wirkung zu grossen Teilen erst in der Postproduction.
RAW -Format
Proprietäres Daten-Aufzeichnungsformat digitaler Kameras, welches sämtliche bei der Aufzeichnung innerhalb der Kamera zur Verfügung stehenden Bilddaten beinhaltet. RAW wird ohne Kompression gespeichert und ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Raw-Formate sind in den meisten Fällen inkompatibel zueinander.
Rotoskopie
Rotoskopie ist ein Verfahren zur Erstellung von Bildfolgen in Animationsfilmen. Historisch war damit die Projektion auf eine Mattscheibe und das Abzeichnen der Film-Einzelbilder zur schnelleren Herstellung gezeichneter Bildfolgen gemeint. Seit dem Einsatz von Computertechnik im Animationsfilm entstehen die künstlichen Bildfolgen durch Vektorisierung in entsprechender Software. Die erzeugten Bewegungen können sehr unterschiedlich in ihrer Realitätsnähe ausfallen. Dadurch wird Rotoskopie auch zu einem Stilmittel - und zu einem Effekt.
SAN-System
Wird im Film- und Fernsehbereich ein gesetzt, um z.B. vielen Arbeitsplätzen einen Zugriff auf einen zentralen Speicher zu ermöglichen. Dabei können die verwaltenden Server zur Erhöhung der Datensicherheit ebenso wie die Festplattenspeichersysteme (Raids) redundant vorgehalten werden. Ein SAN-System ist zumeist Fibre-Channel basierend und kann grössere Distanzen zwischen Arbeitsplatz (Workstation) und Storage überbrücken. Obwohl SAN-Systeme heute sehr verbreitet sind, empfiehlt es sich zur Vermeidung von Kompatibilitätsproblemen Komponenten möglichst weniger Hersteller in einem SAN zu kombinieren. Als Beispiel sei hier die XSAN-Lösung von Apple genannt. Apple setzt ein optimiertes Datei-System - eben XSAN - ein, um die Hochverfügbarkeit der gespeicherten Daten sicherzustellen. Über entsprechende Server - bei Apple die Xserve-Systeme - werden die Daten auf den zentralen Festplatten-Systemen, den Xserve-Raids für die Arbeitsplätze über Fibre Channel zur Verfügung gestellt
VFX
Das heisst "VisualEffects" und bedeutet, dass bestimmte Effekte - zumeist per Soft- und Hardware - erzeugt werden und zu einer Videoaufnahme hinugefügt werden. Ziel ist eine Steigerung der dramaturgischen Wirkung oder eine Manipulation der Bildaussage.
Videokarte / I/O-Board
Damit ist in der Film- und Videoproduktion zumeist eine Computer-Steckkarte gemeint, mit der Videosignale analog oder digital in einen Computer eingespeist werden oder ausgegeben werden können. Video I/O-Boards werden für alle üblichen Videosignale angeboten. Beispielhaft für Videokarten / I/O-Boards seien hier die Karten von Blackmagic Design und AJA genannt. Beide sind für unterschiedliche Betriebssysteme verfügbar. Von Blackmagic Design bekannt ist die Decklink-Serie, von AJA die Kona-Serie.


